Recht auf Stadt: Freitag 19. Oktober – Sonntag 21. Oktober 2012

im Centro Sociale, Sternstr. 2, Hamburg – St. Pauli

Das Recht auf Stadt ist weitaus mehr als das Recht von Individuen oder Gruppen auf Zugang zu den Ressourcen der Stadt: Es ist das Recht, die Stadt zu ändern und sie neu zu erfinden nach unseren Wünschen. Es ist ein kollektives und kein individuelles Recht, denn die Neuerfindung der Stadt hängt nun mal davon ab, ob eine kollektive Kraft die Prozesse der Urbanisierung ausüben kann.“ (David Harvey, Rebel Cities, 2012)

Im Sommer 2009 kamen Aktivist_innen aus ganz Hamburg zusammen und begründeten das Netzwerk Recht auf Stadt. Das mischt sich seitdem vernehmlich in Mietenwahnsinn und Stadtentwicklung ein und stört Politik und Investoren gewaltig. Doch bis das Recht auf Stadt für alle gilt, ist noch viel zu tun.

Wir haben zwar die Debatte in der Stadt verändert. Aber an der selbstherrlichen Top-Down-Politik hat sich auch unter dem seit 18 Monaten alleinregierenden SPD-Senat kaum etwas geändert. Soft in der Rhetorik, ignorant in der Praxis: Die Mieten steigen weiter, die Beteiligung von Anwohner_innen bleibt kulissenhaft, die Politik hofiert die Investoren wie eh und je. Nicht zuletzt flüchten in der gegenwärtigen Krise Anleger zunehmend in Betongold – zum Schaden der Stadtbewohner_innen, die bei der Preisentwicklung nicht mithalten können.

Das Netzwerk Recht auf Stadt lädt deshalb vom 19. bis 21. Oktober 2012 zur „Debatte de luxe“: Wir wollen in verschiedenen Workshops und Sessions die Lage analysieren, unter der die Hamburger Initiativen derzeit für das kollektives Recht auf Stadt kämpfen. Wir fragen uns unter anderem: Was heißt Recht auf Stadt für die Großwohnsiedlungen, für die migrantischen Communities oder für Hartz IV-Empfänger_innen? Wer glaubt den Sozis eigentlich ihre „Wohnungsbauoffensive“? Und nicht zuletzt: Was sind die Bausteine einer anderen Stadtentwicklung?

Debatte de luxe-Workshop There is art outside the market
Samstag, 20.10.2012, 15:00 – 17:00, Centro Sociale

2011 haben verschiedene Berliner Kunstakteure gemeinsam ein Manifest verfasst. Diskutiert werden Begriffe künstlerischer und geistiger Arbeit, kultur- und stadtpolitische Fragen sowie der Zustand des Gemeinwesens. Die Initiative haben und Brauchen bietet eine Diskussions- und Arbeitsplattform für Akteure aus dem Kunstfeld und angrenzender Tätigkeitsbereiche. Der Frappant e.V. hat die Initiatorinnen von haben und Brauchen eingeladen, über ihre Arbeit zu berichten. Damit stellt sich auch die Frage, welche Bedeutung das Berliner Manifest für Kulturschaffende in Hamburg haben kann.

Veranstaltet von Frappant e.V.

http://wiki.rechtaufstadt.net/index.php/Debatte_de_luxe