Haben und Brauchen bei „Artist Organisations International“

Sonja Augart, Tatjana Fell, Alice Münch, Ina Wudtke, Inga Zimprich lesen das Statement von haben und brauchen beim AOI (Fotos: Arne Sattler)

Artist Organisations International
HAU 1 Hebbel am Ufer
9.–11.1.2015

Seit einigen Jahren lässt sich ein grundlegender Wandel in der Arbeitsweise vieler politisch und sozial engagierter Künstler beobachten: weg von temporären, prekären Kunstprojekten hin zu langfristigen Strukturen der Einmischung in Form von Organisationen und Institutionen. Die verheerenden Wirtschaftskrisen, die globale Erosion von Grundrechten durch den sogenannten “War on Terror”, das Wiedererstarken sozialer Bewegungen und die gravierenden politischen Umwälzungen in vielen Ländern und Gesellschaften haben den dringenden Wunsch nach einem anderen, nachhaltigeren Modell künstlerischer Aktivität geweckt. Dieser Wechsel vom Arbeitsmodell des Projektes hin zur Organisation reduziert künstlerisches Engagement nicht mehr auf die singuläre Figur des Autors. Sie erweitert Handlungsräume und Einflussmöglichkeiten – beispielsweise durch neue Methoden der Vermittlung von Bildungsinhalten, durch neuartige Strukturen, in denen sich Gemeinschaft herstellt, durch außerparlamentarische Gruppen, Befreiungsbewegungen, Gewerkschaften oder gar politische Parteien.

Der dreitägige Kongress “Artist Organisations International (AOI)” bringt über zwanzig von Künstlern gegründete Organisationen zusammen, die sich mit den gegenwärtigen Krisen in Politik, Wirtschaft, Bildung, Migration und Umwelt auseinandersetzen. Vorträge und Diskussionen geben einen konkreten Einblick in ihre Methoden, Profile und Ziele. Während manche Protagonisten das Konzept der Organisation oder Institution vor allem als künstlerische Form (oder vielleicht als Metapher) bearbeiten, ist für andere die organisatorische Struktur ein notwendiges Mittel, um spezifische politische Ziele zu erreichen.

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