Haben und Brauchen #9 – Eine offene Diskussion zu den Foerderstrukturen fuer die Bildende Kunst in Berlin, Samstag, 11. August 2012, 19 Uhr

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General Public, Schoenhauser Allee 167c, 10435 Berlin

In diesem Jahr wird zum ersten Mal eine Berliner Projektraumfoerderung in Form einer Preisvergabe von 7x 30.000 EUR ausgeschrieben, an deren Entwicklung und Umsetzung das Netzwerk freier Berliner Projektraeume und -initiativen maßgeblich beteiligt war/ist. Das Modell Citytax wird oeffentlich diskutiert und der Berliner Senat ueberlegt einen neuen Kunstplan aufzulegen. In der letzten Foerderrunde des HKF wurden 703 000,– EUR im Bereich Kunst vergeben. Im Unterschied zu der Praxis der vergangenen Jahre, in denen der HFK auch Projekte finanziert hat, die von unabhaengigen Gruppen initiiert wurde, gingen dieses Mal die Mittel ausschließlich an Projekte von Institutionen. Nach wie vor werden Ausstellungshonorare und Produktionsbudgets fuer die KuenstlerInnen nicht als verpflichtend angesehen.

Wir moechten vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen die Foerderstrukturen und ihre Auswirkungen fuer die KuenstlerInnen diskutieren. Ziel ist es Strategien und konkrete Handlungsmoeglichkeiten zu entwickeln.

Wir wollen mit einigen kurzen Praesentationen zu den folgenden Themen beginnen: Aktueller Stand der Berliner Projektraumfoerderung * Stand der Diskussion im Rat fuer die Kuenste * Vorstellung des im Mai eingefuehrten neuen Foerdermodell des bbk * Analyse der aktuellen Juryentscheidung des HKF * Beispiele fuer Foerdermodelle aus dem europaeischen Ausland. Und hoffen auf eine lebhafte Beteiligung an der anschließenden Diskussion!

Organisiert und moderiert von  Maja Weyermann und Julia Lazarus

Presse:
Ein neuer Preis. Berlin fördert erstmals Projekträume von Künstlern
von Birgit Rieger
http://www.tagesspiegel.de/kultur/ein-neuer-preis/6991978.html

Protokoll (pdf to download):
http://www.habenundbrauchen.de/wp-content/uploads/2012/08/HuB12-08-11-_KK_UWL.pdf

Haben und Brauchen #8 – Strategieworkshop

Mit dem im Januar veröffentlichten Manifest gibt es nun einen nach innen und außen gerichteten Text zur inhaltlichen Ausrichtung von Haben und Brauchen.
Bei der Verlesung und Diskussion des Manifests am 29.1.12 im Salon Populaire wurde deutlich, dass wir mit diesem Grundlagentext http://habenundbrauchen.de/2012/01/22/haben-und-brauchen-manifests/ in den Händen nun eine neue Reflexions- und Handlungsebene erreichen müssen: Es geht darum, gemeinsam Ideen zu sammeln und hinsichtlich ihrer Realisierung zu diskutieren:

Wie will Haben und Brauchen in der nahen Zukunft
strategisch, inhaltlich und organisatorisch vorgehen?

 z.B. Was wollen wir mit Haben und Brauchen erreichen?  Wen adressieren wir (auf politischer Ebene)? Wie soll H&B mit politischen Gruppen & Netzwerken in der Stadt zusammenarbeiten? Wie soll die politische Arbeit und Bildungsarbeit nach innen und nach außen aussehen? Wie steuern und organisieren wir H&B ?  Wie AkteurIn sein? Wie werden ‚Verantwortliche’ zu ‚Verantwortlichen’ ? Wollen wir eine Arbeitsteilung mit dem bbk und/oder anderen Gruppen und Institutionen?

Um dies möglichst bald zu realisieren, haben wir uns für einen Strategieworkshop (Haben und Brauchen #8) mit 30-40 Personen entschieden. Workshop wird am Sonntag, den 18. März 2012 von 16.00 bis 21.00 Uhr stattfinden. Wer Interesse hat, daran teilzunehmen und auch weiterhin aktiv an Haben und Brauchen teilzunehmen, kann sich über info@habenundbrauchen.de melden. Da der Workshop begrenzt ist, wird es ein Ergebnisprotokoll – auch in Englisch – auf dem Blog geben.

Haben und Brauchen MANIFEST

Verschiedene Berliner Kunstakteure haben gemeinsam ein Manifest verfasst. Diskutiert werden Begriffe künstlerischer und geistiger Arbeit, kultur- und stadtpolitische Fragen sowie der Zustand des Gemeinwesens. Die erste Fassung des MANIFESTs steht! Die Diskussionen gehen weiter!

PRÄAMBEL

Bis vor wenigen Jahren ermöglichte die besondere historische Situation Berlins besondere Arbeits- und Lebensbedingungen in der Stadt: im Gegensatz zu anderen Großstädten bestand kein besonderer Druck auf dem Wohnungsmarkt und das Angebot an Räumen ermöglichte eine vielfältige, oft selbstorganisierte Kunstpraxis. Diese Situation beginnt sich nun dramatisch zu verändern. Die Mieten steigen und der Druck auf die Produktions- und Lebensbedigungen erhöht sich, ohne dass sich die Situation zum Gelderwerb verbessert hätte. Nach wie vor verdienen die meisten Kulturschaffenden ihr Geld außerhalb Berlins.

Die rege Kunstszene entwickelte sich in Berlin weniger durch besondere Unterstützung der öffentlichen Hand, sondern durch ihre historische Situation. Genau in dem Moment, in dem sich Bedingungen für Kulturschaffende jedoch dramatisch verschlechtern, besinnt sich die Stadt auf ihre Künstlerinnen. Das ist im Prinzip willkommen zu heissen. Die Auffassung, wie Kunst zu fördern sei, steht bis jetzt jedoch im scharfem Gegensatz zu dem, was Künstlerinnen selbst als notwendig erachten. Unserer Meinung nach brauchen Kulturschaffende heute zuallererst eine Absicherung ihrer Produktionsbedingungen (und nicht notwenigerweise eine neue Kunsthalle).[1]

Die seit 2011 tätige Aktionsgruppe Haben und Brauchen bietet in diesem Rahmen für Akteure aus dem Kunstfeld und angrenzender Tätigkeitsbereiche eine Diskussions- und Aktionsplattform an. Berlin unterscheidet sich in seiner sozialen und ökonomischen Struktur immer noch von anderen Städten weltweit. In der historisch bedingten Heterogenität und Durchmischung der Stadt liegt ein Potential für die Zukunft und kein Auslaufmodell der Vergangenheit. Vor diesem Hintergrund gilt es ein Bewusstsein und Selbstverständnis darüber herzustellen, was die künstlerischen Produktions- und Artikulationsformen, die sich in Berlin über die letzten Jahrzehnte entfaltet haben, auszeichnet und wie diese erhalten und weiterentwickelt werden können. Deshalb ist es von Bedeutung, sich nicht auf die Forderung nach städtischen Freiräumen und bezahlbaren Ateliers, nach Erhöhung und Neuorientierung der öffentlichen Kunstförderung zu beschränken, sondern eine Anbindung an aktuelle Diskussionen um Stadtentwicklung, Liegenschafts- und Mietenpolitik zu vollziehen und sich im Hinblick auf die Begriffe und Realitäten von Arbeit, Produktivität und Gemeinwesen zu positionieren.

Das in diesem Zusammenhang enwickelte und hier vorliegende Manifest wurde von mehr als 40 Personen in gemeinsamer Arbeit geschrieben. Dieses gemeinschaftliche Schreiben ist ein Experiment und der Versuch, die vielfältigen Stimmen zur Situationen der zeitgenössischen Berliner Kunstszene zu vermitteln und zur Diskussion zu stellen. Es versteht sich als ein erster Schritt — zu weiteren Diskussionen und Aktionen genauso wie zur Fortsetzung des Textes.

[1] Der offene Brief in Reaktion auf die geplante „Leistungsschau junger Kunst aus Berlin“ vom 25. Januar 2011 hat eine breite kulturpolitische Debatte ausgelöst und zu einer Aktivierung der Auseinandersetzung um Gegenwart und Zukunft der Produktions- und Präsentationsbedingungen zeitgenössischer Kunst in Berlin beigetragen. Siehe www.habenundbrauchen.kuenstler-petition.de

Das Manifest ist als gedrucktes Heft auch an den folgenden Orten für eine Schutzgebühr
von 3€ erhältlich bei:

  • Archive Kabinett (Dieffenbachstrasse 31, Kreuzberg)
  • b_books (Lübbenerstr. 14, Kreuzberg)
  • berufsverband bildender künstler berlin e.V. (Köthener Str. 44, Kreuzberg)
  • Motto Berlin (Skalitzer Str. 68, Kreuzberg)
  • NGBK (Oranienstrasse 26, Kreuzberg)
  • Pro qm (Almstadtstraße 48-50, Mitte)
  • Schwarze Risse (Gneisenaustr. 2a, Kreuzeberg)
  • Schwarze Risse (Kastanienallee 85, Prenzlauer Berg)

Haben und Brauchen #5

Eine offene Diskussion über kulturpolitische Handlungsmöglichkeiten.

Mittwoch, 28.11.2011,  20 Uhr

Salon Populaire, Bülowstr. 90, 10783 Berlin.

Over the past months, „To Have and To Need“ has established itself as a rhizomatic platform for artists and cultural producers that engage in fostering debates and taking action on issues of cultural and urban politics.

For the fifth evening in a series of open discussions, we address the relationship between different groups in the Berlin art context – institutions as well as individuals -, their respective positions and responsibilities towards the current situation and their vision for the city’s future of contemporary art. The recently published „P/Act for Art“ newspaper of the 7th Berlin Biennale (1) or the latest bbk-Berlin position paper (2) may function as a starting points to fathom the proposals and statements made, and to further discuss possible common grounds, diverging interests, and strategies for developing and claiming political voice.

The event will be held entirely in English to enable the numerous international artists, practitioners, gallery and project spaces in Berlin to follow and join the debate.

Participants among others: Stéphane Bauer, Matthew Burbidge, Paolo Caffoni, Libia Castro, Dellbrügge & de Moll, Christian de Lutz, Jean-Ulrick Desert, Joerg Franzbecker, Ulrich Gebauer, Stephan Geene, Alexander Koch, Andreas Koch, Aleksander Komarov, Susanne Kriemann, Pia Lanzinger, Annette Maechtel, Bjørn Melhus, Karolin Meunier, Sonja Ostermann, Karin Rebbert, Katya Sander, Jochen Sandig, Bernd M. Scherer, Katharina Schlieben, Åsa Sonjasdotter, Heinz Stahlhut, Raimar Stange, Madeline Stillwell, Ana Teixeira Pinto, Mathilde ter Heijne, Olivia Plender, Vera Tollmann, Hortensia Völckers, Renate Wagner, Joanna Warsza, Miriam Wiesel.

Organized and moderated by Ellen Blumenstein and Florian Wüst.

(1) www.berlinbiennale.de

(2) www.bbk-berlin.de

www.salonpopulaire.de

Haben und Brauchen #4

Eine offene Diskussion über kulturpolitische Handlungsmöglichkeiten
Montag, 20. Juni 2011, 20 Uhr, General Public, Schönhauser Allee 167c, 10435 Berlin

“Based in Berlin” geht vorüber, die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im September gehen vorüber, die kulturpolitische Debatte um die Produktions- und Präsentationsbedingungen wird bleiben. Um diese Debatte auf der Seite der freien KulturproduzentInnen weiterzuentwickeln, bedarf es neben der Diskussion dessen, was die “Kunststadt Berlin” ausmacht und was ihr fehlt, vor allem der Erörterung und Realisierung eigener Handlungsmöglichkeiten – von der Aufstellung politischer Forderungen und dem Gespräch mit der Senatsverwaltung, der Durchführung künstlerischer Aktionen bis zur Erarbeitung alternativer ökonomischer Modelle außerhalb der staatlichen Kunstförderung.

Die Veranstaltung am vergangenen Mittwoch im Salon Populaire stellte einen offenen Austausch über die kultur- und stadtpolitischen Anliegen von Akteuren aus Kunst und Architektur her. Der vierte Haben und Brauchen-Abend am 20. Juni bei General Public möchte die Diskussion in dieser Form fortsetzen sowie eine Konkretisierung der Ideen und Vorschläge zukünftigen Handelns und Verhandelns vornehmen.

Dabei sein werden u.a.: Ellen Blumenstein, Daniela Brahm, Dellbrügge & de Moll, Ulrike Gerhardt, Cristina Gomez Barrio, Raphaël Grisey, Kerstin Karge, Heiko Karn, Bernhard Kotowski, Heimo Lattner, Silvan Linden, Cornelia Lund, Annette Maechtel, Katrin Mayer, Elke Marhöfer, Wolfgang Meyer, Herbert Mondry, Johannes Paul Raether, Judith Raum, Jan Rohlf, Ines Schaber, Les Schließer, Isabel Schmiga, Frieder Schnock, Heidi Sill, Ute Weiss Leder, Florian Wüst, Inga Zimprich.

© Erik Göngrich

Moderiert von Joerg Franzbecker und Erik Göngrich.

Haben und Brauchen #3

Eine offene Diskussion zur Berliner Stadt- und Kunstpolitik

Mittwoch, 8. Juni 2011, 20 Uhr

Salon Populaire, Bülowstr. 90, 10783 Berlin

Mit offenen Briefen und Veranstaltungen haben sich Künstler, Ausstellungsmacher, Kulturwissenschaftler, Architekten und Planer im letzten halben Jahr zu kultur- und stadtpolitischen Debatten zu Wort gemeldet und deren Problematik einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Berliner Architekten sprachen sich gegen die Vereinnahmung ihrer Arbeiten durch das von Hans Stimmann herausgegebene Stadthäuser-Buch aus (1), der Wahlfragebogen der Akademie c/o bezüglich der Bebauung des Schinkelplatzes und der zukünftigen Liegenschaftspolitik richtete sich an die Berliner Parteien (2) und Haben und Brauchen reagierte auf die geplante “Leistungschau junger Kunst aus Berlin”, jetzt “Based in Berlin” (3).

Zeitgenössische Kunst und Architektur, sofern sie sich als Produkte gesellschaftlicher Verhandlung begreifen, werden innerhalb eines Stadtverständnisses wirksam, das Möglichkeitsräume eröffnet. Die heterogene Struktur, die Brüche und Leerstellen Berlins boten immer wieder Orte und Kontexte für die entsprechende Aneignung durch künstlerische und architektonische Praxen mit oder gegen die existierenden politischen, ökonomischen und administrativen Rahmenbedingungen. Im Kontext der Debatten über eine andere öffentliche Vergabepolitik und die Produktionsbedingungen in der Stadt scheint ein Punkt erreicht, an dem ein nachhaltiger Blick auf die spezifischen gesellschaftlich-räumlichen Qualitäten Berlins geworfen werden muss, um diese sowohl zu sichern als auch zukünftig nutzbar zu machen.

Mit dem dritten Haben und Brauchen-Abend kehren wir in den Salon Populaire zurück, um die kontextspezifischen Diskussionen zwischen Akteuren aus Kunst, Architektur, Stadtplanung und -forschung zusammenzubringen. Welche Schnittmengen bilden die jüngst artikulierten Anliegen über die Grenzen der unterschiedlichen Diskurse und Professionen hinaus? Welche Kunst, welche Architekur, welche Stadt wollen wir für Berlin?

Dabei sein werden u.a.: Leonie Baumann, Jochen Becker, Daniela Brahm, Carson Chan, Ania Corcilius, Matthias Einhoff, Benjamin Foerster-Baldenius, Joerg Franzbecker, Urs Füssler, Catharina Gebbers, Erik Göngrich, Matthew Griffin, Alexander Hahn, Christine Heidemann, Christoph Heinemann, Susanne Heiss, Mathias Heyden, Martin Kaltwasser, Florian Köhl, Ragna Körby, Tobias Kurtz, Heimo Lattner, Susanne Leeb, Annette Maechtel, Bjørn Melhus, Herbert Mondry, Michael Müller, Martin Murrenhoff, Johannes Paul Raether, Jan Rohlf, Les Schließer, Florian Schmidt, Christoph Schmidt, Judith Siegmund, Heidi Sill, Christoph Tannert, Albert Weis, Ute Weiss Leder, Antje Weitzel, Inga Zimprich.

Moderiert von Ellen Blumenstein, Silvan Linden und Florian Wüst.

(1) www.archplus.net/home/news/7,1-4947,1,0.html?referer=104

(2) www.a42.org/1062.0.html

(3) www.habenundbrauchen.kuenstler-petition.de

Haben und Brauchen #2

Der Offene Brief

Donnerstag, 13. Januar 2011, 20 Uhr

Basso, Köpenickerstr 187/188, Berlin-Kreuzberg

Eine Veranstaltung von Salon Populaire und Basso

Am 13. Dezember vergangenen Jahres diskutierten wir im Salon Populaire gemeinsam mit zahlreichen Akteuren des Berliner Kunst- und Kulturkontextes die für Sommer 2011 geplante “Leistungsschau junger Kunst aus Berlin” sowie den damit in Verbindung stehenden Bau einer temporären Ausstellungsarchitektur am Humboldthafen. Aus der intensiven Debatte, an der auch einige der Ausstellungsverantwortlichen teilnahmen, ging die Entscheidung hervor, es nicht bei dieser einen Veranstaltung zu belassen, sondern die Auseinandersetzung über dieses Projekt und dessen weitreichende kulturpolitischen Implikationen öffentlich weiterzuführen.

Weder wurde in der Diskussion die inhaltliche Ausrichtung des Vorhabens erkennbar, noch konnte überzeugend dargelegt werden, inwiefern der finanzielle Aufwand – abgesehen von stadtmarketingstrate-gischen Effekten und Wahlkampfinteressen des Initiators – den Produzenten in der Stadt selbst zu Gute kommen könnte. Angesichts der chronischen Unterfinanzierung sowohl der Berliner Kunstinstitutionen wie auch der freien Projekte und Projekträume halten wir es für notwendig, gegen eine solche Vereinnahmung Stellung zu beziehen.

Daher möchten wir im Rahmen einer weiteren Veranstaltung mit allen Anwesenden die Vorlage eines offenen Briefes diskutieren, der es den Künstlern, den Vertretern der Institutionen und allen Kulturproduzenten der Stadt ermöglicht, gemeinsam Kritik zu üben und eine Gegenöffentlichkeit zu diesem Projekt und der aktuellen Berliner Kulturpolitik in Sachen der zeitgenössischen Bildenden Kunst herzustellen.

Haben und Brauchen #1

Eine offene Diskussion zur geplanten „Leistungsschau junger Kunst aus Berlin“

Montag, 13. Dezember 2010, 20 Uhr

Salon Populaire, Bülowstr. 90, 10783 Berlin

Bis zum 17. Dezember sind alle in Berlin lebenden Künstlerinnen und Künstler dazu aufgefordert, ihre Portfolios einzureichen, um sich für die Teilnahme an der für Sommer 2011 geplanten  „Leistungsschau junger Kunst aus Berlin“ zu bewerben. 600.000 Euro aus dem Landeshaushalt sollen für Recherche, Kuratoren und Katalog ausgegeben werden – weiteres Geld für die Produktion der Ausstellung und den Bau einer mobilen Halle am Humboldthafen will der Veranstalter Kulturprojekte Berlin GmbH noch auftreiben.

Die Idee der „Leistungsschau“ suggeriert einen auf Effizienz und Wirtschaftlichkeit getrimmten Kunstbegriff und nutzt das Innovationspotential aktueller Kunstproduktion für politische Interessen. Dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit scheint es darum zu gehen, durch die Masse der Einreichungen und die Star-Aufstellung des „Bestandsaufnahme“-Projekts ein Argument für die Realisierung „seiner“ Kunsthalle zu erhalten – rechtzeitig zum Wahlkampfjahr 2011.

Wir möchten diesen kulturpolitischen Schachzug zum Anlass nehmen, im Rahmen einer offenen Diskussion darüber zu debattieren, was wir aus den letzten beiden Jahren Temporärer Kunsthalle gelernt haben, wie Künstler und Künstlerinnen auf diesen und weitere „open calls“ reagieren, was die zeitgenössische Kunstszene der Stadt – institutionell wie auf anderen Ebenen – auszeichnet, was ihr fehlt und wie sie nachhaltig gefördert werden kann.

Dabei sein werden u.a.: Ulf Aminde, Stéphane Bauer, Helmut Draxler, Matthias Einhoff, Katharina Fichtner, Jörg Franzbecker, Marc Glöde, Cristina Gomez Barrio, Erik Göngrich, Elín Hansdóttir, Gabriele Horn, Philip Horst, Susanne Husse, Annette Maechtel, Wolfgang Meyer, Lise Nellemann, Anh-Linh Ngo, Marie-José Ourtilane, Katia Reich, Natascha Sadr-Haghigian, Ines Schaber, Jakob Schillinger, Florian Schmidt, Tanja Schomaker, Marina Sorbello, Stefanie Schulte Strathaus, Olaf Stüber, Felix Vogel, Antje Weitzel, Lena Ziese.

Initiiert und moderiert von Ellen Blumenstein und Florian Wüst.