are artists rich? der wert künstlerischer arbeit – Workshop und Parlamentarischer Abend der Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK), 21. November 2012

Portikus, Badische Stahlwerke Kehl
Graudenzerstraße 45
77694 Kehl am Rhein

Are Artists Rich? thematisiert den Wert künstlerischer Arbeit in Europa. Moderne Gesellschaften brauchen das Experimentierfeld Kunst, um neue, relevante Fragen und Lösungsansätze zu ‘testen’ und jenseits der Einschränkungen von tagespolitischer Logik und wissenschaftlicher Diskurse zu reflektieren. Doch welche Rolle spielt Kunst in einer Gesellschaft von Shareholdern, ‘Usern’ und Occupy-Bewegungen? Sollte sich die Kunst als ‘Ware’ dem ökonomischen System unterordnen? Welche Kunst will die Gesellschaft und was ist sie bereit, für die Freiheit und Vielfalt der Kunst zu investieren?

Auch vor dem Hintergrund neuer Präsentations- und Verbreitungsformen bildender Kunst (interventionistische Praxen, kollaborative Projekte, alternative Kunsträume, nicht produktorientiertes Arbeiten) stellt sich die Frage nach einer zeitgemäßen und nachhaltigen Kunst- und Kulturförderung: Wie können eine Kulturförderung und eine Gesetzgebung (Urheberrecht) aussehen, die neue zeitgenössische Kunstformen berücksichtigt? Bedarf es neuer Modelle für eine Unterstützung dieser künstlerischen Freiräume?

Zur Diskussion gestellt werden die ‚außergewöhnliche Ökonomie’ und die Produktionsbedingungen, denen die Künstler/innen unterliegen, im Verhältnis zu den notwendigen Frei- und Möglichkeitsräumen, die das Kunstfeld bietet. Warum verdient ein Großteil der Künstler/innen unterdurchschnittlich wenig, auch in den Ländern, in denen die Rahmenbedingungen in Bezug auf Künstlerförderung, sozialer Absicherung, Urheberrechte etc. vergleichsweise gut sind? Welche strukturellen Besonderheiten gelten für das Kunstfeld? Und was ist die Ursache für die symbolische Überbewertung bei gleichzeitiger ökonomischer Unterbewertung? Was macht die Attraktivität und das Ansehen des Künstlerberufs aus, trotz der objektiv vorhandenen schlechten Einkommensperspektiven?

Download as pdf:
HANDOUT: Are-Artist-Rich Working Conditions, Rights and Demands of Visual Artists in Europe

PROGRAMM

10:00
Welcome
Horst Weitzmann
, Badische Stahlwerke, Kehl
annette hollywood and Moira Zoitl, IGBK, Berlin

10:15
Exploitation of Visual Artists— Hans Abbing, Amsterdam

11:00
Working within the UK’s Arts and Cultural Sector: Employment Conditions and Survival
Strategies— Joanna Figiel and Kiran Kaur Brar, Precarious Workers Brigade, London

11:45
To Have and to Need— Julia Lazarus, Haben und Brauchen, Berlin

12:30
Discussion — Moderated by Alex Meszmer, Visarte, Zurich/Culture Action Europe, Brussels

13:30
Lunch at the Gasthof Blume in Kehl (shuttle service)

15:00
Working Groups

a) Activity Workshop—
Moderated by annette hollywood and Moira Zoitl, IGBK, Berlin

b) Think Tank —
Moderated by Joanna Figiel and Kiran Kaur Brar, Precarious Workers Brigade, London

18:30
Joint preparation of the Parliamentary Evening

20:00
Parliamentary Evening (Incl. food and drinks)

Welcome
annette hollywood
and Moira Zoitl, IGBK, Berlin
Doris Pack, Member of the European Parliament and Chairwoman of the Committee on Culture and Education, Brussels/Strasbourg/Saarbrücken
Werner Schmidt, Künstlerbund Baden-Württemberg, Oberkirch and Curator, Art Collection of the Badische Stahlwerke

20:15
Presentation of the handout ‘Working Conditions, Rights and Demands of Visual Artists in Europe’ and summary of the results of the workshop

21:00
Comments by the Members of the European Parliament, followed by an open discussion

22:15
Guided Tour to the Art Collection of the Badische Stahlwerke

23:15
End and shuttle service from the Badische Stahlwerke, Kehl to Oberkirch