Haben und Brauchen – Pressemitteilung, 14.09.2015: Aktion für ein Produktionszentrum für Kunst und Kultur am Alexanderplatz

16.9.2015, 13 Uhr. Treffpunkt Urania Weltzeituhr Alexanderplatz

Haben und Brauchen unterstützt die Aktion zum Auftakt der Kampagne „Hier entsteht ein Zentrum – ein Produktionszentrum für Kunst und Kultur“ von der AbBA (Allianz bedrohter Berliner Atelierhäuser), die den Raumbedarf von künstlerisch-sozialen Produktionszentren in Berlin auf die Tagesordnung setzt.

Teil der Kampagne ist die „Sichtbarmachung“ von vorhandenen geeigneten Standorten für künstlerische Produktionszentren im Zentrum von Berlin. Mit Aktionen soll auf den Raum- und Ateliernotstand für Kunst und Kultur aufmerksam gemacht werden, die Stadtgesellschaft aufgerüttelt und die Politik zum Handeln bewegt werden.

Zum Masterplan Alexanderplatz und zum Haus der Statistik erklärt Haben und Brauchen:
Architekt Hans Kollhoff redet der Berliner Stadtentwicklungspolitik mit der Überarbeitung seiner Pläne von 1993 nach dem Mund. Statt bisher 10 Hochhäuser, schlägt er nun 11 rund um den Alex vor. Haben und Brauchen wendet sich ausdrücklich gegen den Abriss weiterer DDR-Architektur im Zentrum Ostberlins. Berlin verfügt über rund 18 Millionen Quadratmeter Bürofläche. Die Leerstandsquote, selbst in City-Lagen, ist immer noch hoch. Der aktuelle Leerstandsmelder verzeichnet 616 Einträge. Die Verödung unserer Innenstädte zu austauschbaren hochpreisigen Quadratmeterpreis-Architekturen muss beendet werden und stattdessen auf die Interessen der BerlinerInnen gehört werden. Diese Interessen sind gut sichtbar z.B. durch das Ergebnis des Volksentscheids zum Tempelhofer Feld, die Aktionen gegen die Bebauung des Mauerparks, die gelungenen Aktionen zur Verhinderung der Privatisierung des Dragonerareals usw. Wie schon der Mietenvolksentscheid deutlich zeigte: Wohnraum für 4,50 Euro den Quadratmeter und wie Haben und Brauchen darüber hinaus fordert: Raum für die Produktion von aktuell relevanter Kunst und Kultur ist notwendig und gewünscht!

Berlin braucht Wohnraum, auch für die zukünftigen BerlinerInnen, die in diesen Tagen als Geflüchtete in unsere Stadt kommen. Berlin braucht lebendige Orte künstlerischer, kultureller und sozialer Produktion und Begegnung. Beispielhafte Projekte sind u.a. ExRotaprint im Wedding, das Zentrum für Kunst und Urbanistik in Moabit und der Prinzessinnengarten in Kreuzberg.

AbBA und Haben und Brauchen fordern Politik und Verwaltung auf, im Rahmen der aktuellen Verfahren zum Alexanderplatz endlich über Nutzungskonzepte statt über abstrakte Baukubaturen zu sprechen.

Die Neugestaltung des Alexanderplatzes und seines Umfelds muss hinsichtlich seiner historischen Vergangenheit und seines kulturellen Potentials neu gedacht werden, damit hier ein lebenswertes und soziales Stück Stadt entstehen kann. Noch können Fehler korrigiert werden. Der Ausverkauf der Stadt an Bauinvestoren aber auch an höchstzahlende MieterInnen, insbesondere Konzerne, Franchiser und Ketten, führt in die Sackgasse. Innovative, lebendige und offene Produktionszentren für Kunst, Kultur und Soziales, aber auch für Kleingewerbe sollten bei den Neuplanungen am Alexanderplatz (und anderswo) berücksichtigt werden.

Am 16.9.2015 werden vor Ort konkrete Forderungen und Pläne für das Umfeld des Alexanderplatzes bekanntgegeben sowie Schauplätze der Kampagne veröffentlicht.

Unterstützer der AbBA Aktion: Initiative Stadt Neudenken, Haben und Brauchen, bbk berlin, Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U), Stadt von Unten, Prinzessinnengarten, Koalition Freie Szene, Clubkommission, open berlin, Rat für die Künste u.a.

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Pressemitteilung-Haben-und-Brauchen-140915.pdf